Solidarisierung der „Macker Massaker“-Gruppe Mülheim

Die „Macker Massaker“-Gruppe Mülheim schickte uns folgende Solidaritätserklärung per Mail und hat unseren Text auf ihre Homepage gesetzt. Vielen Dank!

Solidarisierung der „Macker Massaker“-Gruppe Mülheim mit den Verfasser_innen des Textes „AZ Wuppertal – Es reicht! – Emanzipatorische Räume ermöglichen!“

Nach internen und externen Gesprächen haben wir uns entschieden, den Text der Initiative auf unsere Homepage zu setzten und deren Blog antisexismuswuppertal.blogsport.de zu verlinken.
Dies tun wir zum Einen, um uns mit den Verfasser_innen solidarisch zu erklären. Zum Anderen wollen wir eine tiefgreifende antisexistische (…) Auseinandersetzung aller sich als links-emanzipatorisch labelnden Räume unterstützen sowie deren Wichtigkeit hiermit deutlich machen.

Die darauf folgende Stellungnahme einiger Aktivist_innen des AZ Wuppertals haben wir gelesen und sind aufgrund dieser noch verstärkter der Meinung, dass eine selbstkritische Auseinandersetzung, ein deutliches (!) Zeichen nach innen und außen sowie eine antisexistische strukturelle Veränderung im AZ Wuppertal notwendig sind.

In Anbetracht der gesellschaftlichen strukturellen Gewaltverhältnisse ist es umso wichtiger Schutzräume (so weit es geht) zu ermöglichen und die Grenzen von Menschen ernst zu nehmen und parteilich(!) anzuerkennen (denn das ist der Kernpunkt von Definitionsmachtkonzepten, wonach im AZ Wuppertal laut Stellungnahme ja angeblich gehandelt wird). Dies sollte auch in alle Richtungen kommuniziert, vermittelt und durchgesetzt werden.
Die Kritik, dass das AZ Wuppertal kein (ausreichender) Schutzraum ist und viele im Text erläuterten Verhaltensweisen diesem Anspruch sogar entgegenlaufen, sollte weder als böse „Kampagne“, noch als „antideutsche autoritäre“, „feministische“ oder sonst irgendeine Verschwörung abgetan werden. Dies erscheint uns als übliche Vermeidungsstrategie, um eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Strukturen und Verhaltensweisen zu umgehen.

Die „Stellungnahme zur Kampagne gegen das Autonome Zentrum (AZ) Wuppertal“ liest sich für uns dementsprechend vor allem als ein riesiger Abwehrreflex, was nicht Ziel emanzipatorischer Auseinandersetzung sein kann. Bei der ganzen Sache wird deutlich, wie wenig Priorität eine antisexistische Auseinandersetzung und damit einhergehende wirkliche strukturelle Veränderung in der Linken oftmals hat.

Bei all den Bemühungen um offene Strukturen des AZ Wuppertals – welche anzuerkennen sind – sind die Prioritäten dennoch zu überdenken. Was nutzen uns die offenen Strukturen, wenn sich Menschen in diesen nicht sicher und ernst genommen fühlen können? Wir brauchen antisexistische Konzepte, sollten diese reflektieren und weiterentwickeln, um auch verdeckte Herrschaftsverhältnisse (im AZ) aufzuzeigen und ihnen etwas entgegen zu setzen. Der Sachzwang kann laut unserer politischen Auffassung nicht immer die Mittel heiligen… Und das heißt auch, dass Antisexismus nicht hinter anderen Themen einer radikalen Linken anstehen darf.

Die inhaltliche Fokussierung der Stellungnahme „einiger aus den AZ Strukturen“ sollte sich unserer Ansicht nach weniger auf eine Abwehrhaltung, Erklärungen, Imagepflege und besonders nicht auf Themenwechsel konzentrieren, sondern ernsthaft die genannte Kritik annehmen und sich damit auseinandersetzen, anstatt mit Seitenhieben à la „ihr leistet nicht viel, kritisiert aber immer…“ und weiteren erneut kritikrelativierenden Schwerpunktsetzungen zu kontern.

Auch wenn die Forderung „AZ dichtmachen“ sicherlich sehr hart und auch nicht wünschenswert ist, sollte dies nicht die einzige Zeile bleiben, welche aus dem Text wahrgenommen wird.

Wir hoffen auf strukturelle und individuelle Veränderungen, wir hoffen auf tief greifende Auseinandersetzung ohne Stigmatisierungen, wir wünschen uns eine ernsthafte intensive Diskussion über Verhaltensweisen, strukturelle Umgangsformen und die Anerkennung der Grenzen und Empfindungen aller Menschen, vor allem derer, welche sich im AZ – nicht erst seit kurzem – nicht mehr sicher oder ernst genommen fühlen…

Lasst uns offen für Kritik sein und an dieser wachsen!
Für eine antisexistische Praxis – überall!

Macker Massaker Gruppe Mülheim