AZ Wuppertal - Es reicht! http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de Emanzipatorische Räume ermöglichen! Fri, 26 Apr 2013 16:23:54 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Solidarische Grüße aus und nach Bonn http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2013/04/26/solidarische-gruesse-aus-und-nach-bonn/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2013/04/26/solidarische-gruesse-aus-und-nach-bonn/#comments Fri, 26 Apr 2013 15:56:29 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2013/04/26/solidarische-gruesse-aus-und-nach-bonn/ In Bonn gibt es eine Kampagne für ein libertäres Zentrum – und Feminist*innen, die diese kritisch begleiten. Hier ihr aktueller Aufruf:

Für den 27. April wird in Bonn aus dem anarchistischen Spektrum und aus den Zusammenhängen der Freiraumkampagne LIZ wie schon im Februar 2013 zu einer demonstrativen Tanz-Aktion aufgerufen. Einher gehen die neuerlichen Bemühungen um einen Bonner Freiraum mit dem aktuellen Aufruf zu einer Demonstration anlässlich des 1. Mai, zu der vonseiten der Aktiven der LIZ-Kampagne sowie dem weiteren anarchistisch-undogmatischen Spektrum mobilisiert wird. Eine linksradikale Alternative zur traditionellen Klüngelei zwischen den sozialpartner_innenschaftlichen Gewerkschaften und Sozialdemokratie auf der einen, neo-stalinistischem Bonner Sumpf auf der anderen Seite ist dringend nötig, zum 1. Mai wie auch zu den sonstigen linken Strukturen in Bonn. Daher begrüßen wir die Initiative und wollen uns an einer Reformulierung der Sehnsüchte nach der allgemeinen Emanzipation des Individuums, der Befreiten Gesellschaft und dem Kampf um einen festen Platz im Bonner Stadtbild, der für diese Sehnsüchte steht, beteiligen. Trotzdem haben wir unsere Zweifel, inwiefern unsere Sehnsüchte, so unterschiedlich sie im einzelnen auch sein mögen, in dieser Perspektive auf Befreiung überhaupt berücksichtigt sind. Dass sie in den Verhandlungen darüber, wie Befreite Gesellschaft nun zu machen sei, immer wieder unter den Tisch fallen, mag zwar auch in den Strukturen der Gesamtscheiße, im für das Funktionieren der falschen Gesellschaft existentiell notwendigen Patriarchat begründet liegen: entbunden sind linksradikale Emanzipationsbestrebungen von der Verantwortung, Gewaltverhältnisse entlang der Dimensionen von gender in Analyse und Praxis angemessen unterzubringen, dadurch aber nicht. Im Gegenteil kippt eine Kritik der kapitalistischen Gesellschaft ins Falsche, wenn sie, wie im zentralen Aufruftext zum 1. Mai, zwar erwähnt werden, im Kuhhandel des politischen Alltagsgeschäfts, in Kompromissfindung und Bündnisarbeit mit symptomatischer Sicherheit aber immer wieder ausgeklammert werden. Symptomatisch ist diese Beobachtung deshalb, weil die Agierenden dieses Alltagsgeschäfts wegen ihrer gesellschaftlichen Positionierung eben nicht aufgrund von gender, sexuellem Begehren, trans*-Positionierung (race, ability, look …) und vielem mehr alltäglich im Sperrfeuer der gesellschaftlichen Widersprüche stehen.

Dein Freiraum ist nicht mein Freiraum

Diese Vernachlässigung mag als eine Leerstelle erscheinen, als ein Thema, dem man sich noch nicht zugewandt habe oder das aus Zeit- und Aufwandsgründen eben nicht umgesetzt werden konnte, für das sich keine AG gefunden oder niemand in den Schichtplan eingetragen habe, eben passiv. Aber das ist die Sichtweise von am Zentrum der Normierung stehenden Subjektpositionen, denen eben dadurch Frauen*, Lesben, Trans* und Queers (um die es uns in diesem Text primär geht, weil wir für andere nicht sprechen können/wollen), nicht als Akteur_innen ihrer eigenen Emanzipation, sondern bloß als potentielle Objekte und Empfänger_innen einer Befreiung von außen, als Füllmasse für Lücken in noch nicht ausgereiften Theorien gelten. Die passive Vernachlässigung entpuppt sich vom Standpunkt der allgemeinen Emanzipation des Individuums jedoch als immer neue aktive Ausgrenzung. Diese Gewalt ist spürbar; z.B. wenn Freiraumkampagnen ihren Freiraumbegriff auf „jeder kann kommen“ reduzieren und meinen, mit günstigeren Bierpreisen als in den Discotheken am Bertha-von-Suttner-Platz sei nun ein freier Raum geschaffen. Dieser soll frei von all dem sein, was als großes Böses, als Gesamtscheiße, oder gar irgendwie als Kapitalismus identifiziert worden ist, dem nur das Gute in Form des guten Willens, eines kostenlosen Kickertisches oder der guten Party gegenübergestellt werden müsse.

Aber eure guten Parties, die Parties der Linke-Szene-Männer, sind für uns regelmäßig scheiß Parties. Es sind die Parties derer, die das Lesbischsein anderer Menschen nicht als Lesbischsein anderer Menschen, sondern als Bereicherung und Befreiung der eigenen Sexualität verkennen und aneignen. Es sind die Parties derer, die sich herausgefordert fühlen, überhaupt kein Problem mit dem trans*sein irgendwelcher Menschen zu haben, statt einfach die Fresse zu halten und das

richtige Pronomen in Denken und Sprechen anzuerkennen. Es sind die Parties derer, die die Grenze zwischen einem Flirt und einer sexuellen Belästigung als eine von Formalitäten der gerade herrschenden political correctness gezogen verstehen und nicht von der viel grundsätzlicheren Frage, ob das Gegenüber nun als menschliches Wesen in allen seinen Bedürfnissen, Wünschen und seiner Integrität anerkannt wird. Oder ob es zum Objekt der eigenen sexuellen Befriedigung degradiert und ver-achtet wird. Wir sind die cis-männlich-heterosexistische, übergriffige Aufreißund Abcheck-Stimmung auf diesen Parties leid. Die letzte LIZ-Soliparty hat für uns die Frage aufgeworfen, was den Freiraum der LIZ-Kampagne nun wirklich von besagten Discotheken unterscheidet. Welchen politischen Anspruch formulieren die Leute, die LIZ machen – und welchen politischen Anspruch haben diejenigen, die sich von LIZ angesprochen fühlen? Gilt der Freiraum auch für das Rumgepose mit rassistischen Sprüchen, die natürlich witzig gemeint sind? Ist der Freiraum ein Ort, an dem fernab der öffentlichen Meinungsäußerung endlich mal unkontrolliert ausgesprochen werden darf, was man über die Juden insgeheim denkt? (beides Vorfälle der letzten LIZ-Party unter vielen) Welcher Begriff von Freiheit kommt hier zum Tragen, wenn die Möglichkeiten, dieses Verhalten auf den eigenen Veranstaltungen auszugrenzen, ungenutzt bleiben?

Wir wollen einen Freiraum, in dem sich unsere Bedürfnisse frei entfalten können, in dem wir unsere Sehnsüchte auf ein besseres Leben, auf die freie Gesellschaft, entwickeln und artikulieren können. Wir wollen einen Freiraum, in dem die Grenzen, Verwerfungen und Übergriffe des Patriarchats wenn schon nicht an der Türe ausgesperrt, so doch zumindest als existierende anerkannt und die daraus erwachsenden Konsequenzen für ein Zusammenleben, -arbeiten und -feiern solidarisch und parteiisch für die von ihnen betroffenen gezogen werden. Das führt notwendig dazu, dass ein Freiraum eben kein Raum für Alle ist; das nämlich war schon immer ein Widerspruch in sich. Mit dieser Losung wurden und werden faktisch jeden Tag aktiv Räume für Menschen geschlossen oder nur unter großen Entbehrungen und Opfern aufhaltbar gestaltet, während diejenigen, denen sowieso schon überall in der kapitalistischen Stadt der rote Teppich ausgerollt liegt, nun noch ein weiterer Raum geöffnet wird. Unsere Kritik stützt sich auf Erfahrung; wir werden nicht abwarten und zusehen, bis das selbe Dilemma entsteht wie bei anderen Freiraumkampagnen der jüngeren Vergangenheit. Wir solidarisieren uns mit den Feminist_innen, die mit der „Es reicht!“-Erklärung (http://antisexismuswuppertal.blogsport.de/text/) geschlossen das Autonome Zentrum Wuppertal verlassen haben, nachdem jahrelang über Plenums- und Diskussionsarbeit vergeblich versucht worden ist, an der sexistischen Stimmung im AZ etwas zu verändern.

Aus diesen Gründen erklären wir uns mit dem Anliegen von Freiraumkampagne und linksradikaler Alternative zum 1. Mai kritisch-solidarisch und betonen die Wichtigkeit, im historisch gewachsenen, politischen Bündnis von Frauen*LesbenTrans*Queers&Allies ein nicht zu übergehendes Gegengewicht zur mainstream-Freiraumkultur und -politik zu sein – auf dass Befreiung wirklich die Emanzipation aller sei. Wir lassen unsere Anliegen nicht mehr als Nebenwiderspruch abtun und entgegnen: Ihr seid der Nebenwiderspruch auf dem Weg zur

Befreiten Gesellschaft!

Kommt zum FLTQ*&Allies-Block auf der Tanzdemo für ein Libertäres Zentrum!

27.04., 16 Uhr, Münsterplatz, Bonn

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Uns reichts immer noch – ein Jahr vorbei http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2013/03/25/uns-reichts-immer-noch-ein-jahr-vorbei/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2013/03/25/uns-reichts-immer-noch-ein-jahr-vorbei/#comments Mon, 25 Mar 2013 20:51:57 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2013/03/25/uns-reichts-immer-noch-ein-jahr-vorbei/ So langsam nähert sich der Jahrestag der Eröffnung dieses Blogs und damit auch die Vollendung eines AZ-freien Jahres unsererseits. Und falls sich Leute fragen wie das so ist, so ohne AZ: Es ist wunderbar! Gerade die Montagabende sind ein Hort der Entspannung. Und auch an anderen Wochentagen: Unmengen Zeit um gute Texte zu lesen, zu schreiben, spannende Diskussionen zu führen, um Sport zu machen, Chillen in angenehmer Gesellschaft,…

Daher haben wir zwar schon ein/zweimal über einen Resümee-Text nachgedacht, aber nie geschrieben, denn es gibt so unendlich viele Themen, die interessanter sind als das AZ. Und die Welt ist ja auch außerhalb des AZs voll mit Leuten über die man sich aufregen kann – nicht mal dazu braucht man dieses Etablissement. Aber nun wird es doch langsam Zeit sich noch einmal zu Wort zu melden.
Zunächst möchten wir denen danken, die sich explizit solidarisch erklärt haben, namentlich die MackerMassaker-Gruppe Mülheim; das Autonome FrauenLesbenReferat der Uni Köln, die Emanzipatorische Antifa Münster und Hannas Antifa und diverse Einzelpersonen von auswärts und vor allem all jenen Wuppertaler*innen, die zunächst selber vom Erscheinen des Es-reicht-Textes überrascht wurden und sich trotzdem zu einem konsequenten „Ausstieg“ aus den AZ-Strukturen entschlossen haben.

Ein positives Highlight des vergangen Jahres waren sicherlich die Antisexismus Tage Wuppertal im August, die mit viel Unterstützung aus Berlin zustande gekommen sind. Diese wurden extra an einem „neutralen“ Ort organsiert und nicht von den Betreiber*innen dieses Blogs, um AZettis, NichtAZettis und Ex-AZettis gleichermaßen eine Teilnahme an den Vorträgen und Workshops u.a. zum Thema Awareness zu ermöglichen. Fast erwartungsgemäß war jedoch die Teilnahme von Menschen, die zu diesem Zeitpunkt noch Teil der AZ-Strukturen waren verschwindend gering. Zur Erinnerung ein kurzes Zitat aus der der Stellungnahme des AZ:

Es nützt nichts zum Thema Sexismus nur Verbotschilder aufzustellen und hochzuhalten, oder sich in elitären Zirkeln neue Regeln für die „Unwissenden“ auszudenken. Eine reine Weitergabe von theoretischem Wissen über Sexismus und patriarchale Strukturen und das ausschließliche Aufstellen von Verhaltensregeln entleert eine inhaltliche Diskussion bzw. lässt diese erst gar nicht stattfinden. Das Vermitteln, von für uns elementarem antisexistischem Bewusstsein, entsteht und erfolgt in der immer wiederkehrenden Auseinandersetzung untereinander und mit sich selbst, unter Einbezug der jeweils subjektiven Herkunft und des Diskussions- und Wissensstands.

Tja, schreiben kann man viel; aber wenn Regeln nicht in elitären Zirkeln aufgestellt werden; extra eine Plattform zum offenen Austausch organisiert wird; die Möglichkeit zum Austausch über Positionen und Erfahrungen geschaffen wird, dann diese Möglichkeit zu nutzen wäre vermutlich zu viel verlangt von Leuten, die behaupten einen antisexistischen Anspruch zu haben.
Dieses für sich sprechende Fernbleiben und die einzige Stellungnahme des AZs zur Problematik, die eine reine Anhäufung von eher schlecht versteckter Schuldabwehr ist, sind aussagekräftig genug. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Sexismus, Grenzüberschreitung, Rassismus, Antisemitismus und weiteren Ressentiments und Diskriminierungsstrukturen war und ist von den im AZ organisierten Leuten und den AZ-Strukturen nicht zu erwarten und wird wohl auch leider in Zukunft kaum stattfinden. Zu unserem großen Vergnügen (s.o.) sind wir ja AZ-los, nachdem was wir im Laufe des Jahres jedoch durch andere mitbekommen haben, gibt es seit dem ersten Text vom Mai 2012 keinerlei grundlegende Veränderung. Bereits direkt nach Erscheinen des Textes gab es zwar ein Lippenbekenntnis des Hausplenums zur Definitionsmacht, aber nur um direkt bei der nächsten Veranstaltung wie gewohnt Betroffene nicht ernst zu nehmen. Es kann sein, dass es ein oder zwei Plenen und Treffen zum Thema Umgang mit Sexismus gegeben hat, nur wäre dies keine große Neuerung, denn eine Beschäftigung mit diese Themen war durch die Anwesenheit der verhassten Feminist*innen auch in den Jahren zuvor immer unumgänglich – unumgänglich zumindest für die Institution „Plenum“ – für Individuen war sie umgänglich und wurde auch bewusst umgangen. Die Praxis und vor allem die Stimmung änderten sich durch die Thematisierung nicht. Daher dürfte einiges mehr notwendig sein, um eine reale Veränderung und einen halbwegs Ismen-sensiblen Umgang zu erreichen. Denn nicht nur hinsichtlich Sexismus bestehen mehr als ein paar Blindflecken; auch wenn wir uns hauptsächlich auf die Thematisierung selbigen beschränkt haben.
Wie ein solcher in der Praxis aussehen könnte und wie der Weg dahin aussehen kann müssen Leute überlegen, die den Raum AZ „retten“ wollen. Offensichtlich dürfte jedoch sein, dass zunächst ein Ernstnehmen der Zustände, der Probleme und der Kritik erfolgen müsste – und ernstnehmen meint etwas anderes als – sinngemäß – den Bundespräsidenten für eine hübsche Rede einzuladen, eine Eiche zu pflanzen und zu denken damit sei dem Kampf gegen Rassismus genüge getan. Völlig unglaubwürdig ist jegliche behauptete Änderung und zum Scheitern verurteilt jeder Versuch einer Änderung, solange explizite Gegner der Definitionsmacht zum internen AZ-Kreis gehören oder Leute, die sich über Betroffene lustig machen Aufgaben auf Veranstaltungen übernehmen können. Beides gilt selbstverständlich auch für Eigentümer von Büchern wie: „Lob des Sexismus – Frauen verstehen, verführen und behalten. Ein Praxisbuch für Aufgeschlossene“.

Solange alles ist wie es ist, bleibt es dabei: Der Sekt für die Abrissparty liegt gekühlt bereit.
Dies ist selbstverständlich keine Ablehnung von Freiräumen an und für sich. Räume, deren Nutzer*innen sich Gedanken über den Zweck und die Art der Nutzung machen, in denen Ressentiments nicht unwidersprochen Raum finden und Betroffene von Übergriffen und Diskriminierungen ernst genommen werden, in denen man ein ganz klein wenig Schutzraum vor den Unzumutbarkeiten der Gesellschaft hat und aus diesem heraus in selbige mit reflektierten Inhalten intervenieren kann sind super und ein weiterer Sekt liegt für jede Eröffnung und/oder Durchsetzung eines solchen bereit.

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Solidarität mit den Verfasser*Innen des Textes “AZ Wuppertal – Es reicht! Emanzipatorische Räume ermöglichen!” http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/08/14/solidaritaet-mit-den-verfasserinnen-des-textes-az-wuppertal-es-reicht-emanzipatorische-raeume-ermoeglichen/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/08/14/solidaritaet-mit-den-verfasserinnen-des-textes-az-wuppertal-es-reicht-emanzipatorische-raeume-ermoeglichen/#comments Tue, 14 Aug 2012 10:40:32 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/08/14/solidaritaet-mit-den-verfasserinnen-des-textes-az-wuppertal-es-reicht-emanzipatorische-raeume-ermoeglichen/ Wir brauchen nicht viele Worte um zu sagen, dass wir uneingeschränkt solidarisch mit den Verfasser*Innen des Textes sind.

Durch unsere eigenen Erfahrungen mit den antisexistischen Kämpfen im AZ Köln wissen wir, was hinter solch einem Schritt stecken muss. Dieser ist einerseits empowernd, da unerträgliche Zustände transparent gemacht und Solidarität spürbar gemacht werden kann. Andererseits gibt es immer wieder Rückschläge durch den Täterschutz im vorher vertrauten Umfeld und Abwehrreflexe, die Betroffene zu Täter*Innen verdrehen, wie in den Stellungnahmen des AZ’s sehr deutlich erkennbar. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass jeder Schritt in diese Richtung auf lange Sicht sexistischen Verhaltensweisen den Raum nimmt.

Ein Produkt unserer eigenen Auseinandersetzungen mit Sexismus (nicht nur) im AZ Köln ist dieser Aufruf.

Wir möchten euch deshalb unsere Unterstützung anbieten im Kampf gegen den von euch transparent gemachten Täterschutz, sexualisierte Gewalt und männliche Hegemonie. Denn jeder Angriff auf sexistische Zustände ist ein feministischer Kampf und deshalb keine Privatangelegenheit.

Getroffen sind einige – gemeint sind wir alle!

Autonomes FrauenLesbenReferat Köln

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Solidarität mit den Antisexismustagen in Wuppertal http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/07/26/solidaritaet-mit-antisexismutage-in-wuppertal/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/07/26/solidaritaet-mit-antisexismutage-in-wuppertal/#comments Thu, 26 Jul 2012 20:48:51 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/07/26/solidaritaet-mit-antisexismutage-in-wuppertal/ Eine Gruppe von engagierten Menschen hat sich dazu entschlossen in Wuppertal ein Workshop-Wochenende zum Thema Antisexismus zu organisieren. Die Antisexismustage finden vom 10. – 12. August statt. Weiter Infos findet ihr hier.

Wir freuen uns sehr darüber dass es Menschen gibt, die so etwas Tolles auf die Beine stellen!

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TransInterQueer not welcome http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/09/transinterqueer-not-welcome/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/09/transinterqueer-not-welcome/#comments Sat, 09 Jun 2012 08:25:46 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/09/transinterqueer-not-welcome/

Da schlechte Ideen auch schlecht umgesetzt werden müssen, ist es auf den Bildern nicht so gut zu erkennen. Es handelt sich um einen Chromosomensatz, der jetzt im AZ das Frauen- bzw. Männerklo ziert. Für die, die diesen subtilen Hinweis nicht verstehen hing auch noch ein „XX“, bzw „XY“-Schild daneben.

Wenn Menschen von auswärts sich fragen sollten, ob nach der Veröffentlichung der Kritik am AZ sich im AZ irgendwas verbessert hat: Nein, hat es nicht. Das Barometer schlägt wohl eher nach unten aus. Und diese Bewertung ist völlig unabhängig von der gezeigten Toilettenbeschilderung.

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Stellungnahme von Hannas Antifa http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/01/stellungnahme-von-hannas-antifa/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/01/stellungnahme-von-hannas-antifa/#comments Fri, 01 Jun 2012 15:54:33 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/01/stellungnahme-von-hannas-antifa/ Für den Großteil der Azzeties in Wuppertal heißt es weiterhin „buisness as usual“, für andere ist die Zeit für Konsequenzen gekommen. Hier die Stellungnahme von „Hannas Antifa“ zu unserem Text „AZ Wuppertal – Es reicht!“ und den darauffolgenden Reaktionen:

In Anbetracht der veröffentlichten Stellungnahme (AZ Wuppertal – Es reicht) und des Umgangs im AZ Wuppertal mit jeglicher Art von Übergriffen und vor allem mit Betroffenen solcher, halten wir, eine Gruppe von Menschen, die bis vor kurzem selbst noch im AZ Wuppertal aktiv waren es für nötig uns ganz klar vom Wuppertaler AZ zu distanzieren.

Uns ist klar, dass wir als Jugend-Antifa noch ein ganzes Stück davon entfernt sind einem ganz und gar antisexistischen und emanzipatorischen Anspruch zu entsprechen, jedoch halten wir es gruppenintern für absolut notwendig diese Ansprüche und unseren Umgang damit immer wieder zu reflektieren und selbstkritisch damit umzugehen.

Wir sehen in keinster Weise, dass das AZ die wirklichen Kritikpunkte des Textes “AZ Wuppertal es reicht – Emanzipatorische Freiräume ermöglichen” in irgendeiner Form ernst nimmt und reflektiert, stattdessen wird sich beißreflexartig an der Zeile “AZ dichtmachen” fest geklammert. Es werden wilde Verschwörungstheorien zusammengeschustert und nach “Schuldigen” gefahndet, Sympathisant*innen werden ausgegrenzt und belächelt.
Für uns steht die Aussage “AZ dichtmachen” hier an zweiter Stelle. Unserem Verständnis nach meint dies, dass die aktuelle Struktur des AZ Wuppertals nicht tragbar ist.

Uns ist nicht erst seit der Veröffentlichung des “AZ Wuppertal es reicht – Emanzipatorische Freiräume ermöglichen” Textes der rücksichtslose Umgang mit Betroffenen und bestimmten Situationen auf Plena bekannt. Da Teile unserer Gruppe schon mehrere Jahre mit dem Anspruch diesen Zustand zu ändern oder erträglicher zu machen, an solchen Plena teilnehmen und sich keine nennenswerte Entwicklung feststellen lässt, ziehen wir für uns den Schluss, keine Veranstaltungen mehr im AZ Wuppertal zu machen und auch von einer Zusammenarbeit mit dem AZ Wuppertal abzusehen.

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http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/06/01/stellungnahme-von-hannas-antifa/feed/
Solidarisierung der „Macker Massaker“-Gruppe Mülheim http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/25/solidarisierung-der-macker-massaker-gruueuee-muelheim/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/25/solidarisierung-der-macker-massaker-gruueuee-muelheim/#comments Fri, 25 May 2012 06:57:28 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/25/solidarisierung-der-macker-massaker-gruueuee-muelheim/ Die „Macker Massaker“-Gruppe Mülheim schickte uns folgende Solidaritätserklärung per Mail und hat unseren Text auf ihre Homepage gesetzt. Vielen Dank!

Solidarisierung der „Macker Massaker“-Gruppe Mülheim mit den Verfasser_innen des Textes „AZ Wuppertal – Es reicht! – Emanzipatorische Räume ermöglichen!“

Nach internen und externen Gesprächen haben wir uns entschieden, den Text der Initiative auf unsere Homepage zu setzten und deren Blog antisexismuswuppertal.blogsport.de zu verlinken.
Dies tun wir zum Einen, um uns mit den Verfasser_innen solidarisch zu erklären. Zum Anderen wollen wir eine tiefgreifende antisexistische (…) Auseinandersetzung aller sich als links-emanzipatorisch labelnden Räume unterstützen sowie deren Wichtigkeit hiermit deutlich machen.

Die darauf folgende Stellungnahme einiger Aktivist_innen des AZ Wuppertals haben wir gelesen und sind aufgrund dieser noch verstärkter der Meinung, dass eine selbstkritische Auseinandersetzung, ein deutliches (!) Zeichen nach innen und außen sowie eine antisexistische strukturelle Veränderung im AZ Wuppertal notwendig sind.

In Anbetracht der gesellschaftlichen strukturellen Gewaltverhältnisse ist es umso wichtiger Schutzräume (so weit es geht) zu ermöglichen und die Grenzen von Menschen ernst zu nehmen und parteilich(!) anzuerkennen (denn das ist der Kernpunkt von Definitionsmachtkonzepten, wonach im AZ Wuppertal laut Stellungnahme ja angeblich gehandelt wird). Dies sollte auch in alle Richtungen kommuniziert, vermittelt und durchgesetzt werden.
Die Kritik, dass das AZ Wuppertal kein (ausreichender) Schutzraum ist und viele im Text erläuterten Verhaltensweisen diesem Anspruch sogar entgegenlaufen, sollte weder als böse „Kampagne“, noch als „antideutsche autoritäre“, „feministische“ oder sonst irgendeine Verschwörung abgetan werden. Dies erscheint uns als übliche Vermeidungsstrategie, um eine kritische Auseinandersetzung mit sich selbst, den eigenen Strukturen und Verhaltensweisen zu umgehen.

Die „Stellungnahme zur Kampagne gegen das Autonome Zentrum (AZ) Wuppertal“ liest sich für uns dementsprechend vor allem als ein riesiger Abwehrreflex, was nicht Ziel emanzipatorischer Auseinandersetzung sein kann. Bei der ganzen Sache wird deutlich, wie wenig Priorität eine antisexistische Auseinandersetzung und damit einhergehende wirkliche strukturelle Veränderung in der Linken oftmals hat.

Bei all den Bemühungen um offene Strukturen des AZ Wuppertals – welche anzuerkennen sind – sind die Prioritäten dennoch zu überdenken. Was nutzen uns die offenen Strukturen, wenn sich Menschen in diesen nicht sicher und ernst genommen fühlen können? Wir brauchen antisexistische Konzepte, sollten diese reflektieren und weiterentwickeln, um auch verdeckte Herrschaftsverhältnisse (im AZ) aufzuzeigen und ihnen etwas entgegen zu setzen. Der Sachzwang kann laut unserer politischen Auffassung nicht immer die Mittel heiligen… Und das heißt auch, dass Antisexismus nicht hinter anderen Themen einer radikalen Linken anstehen darf.

Die inhaltliche Fokussierung der Stellungnahme „einiger aus den AZ Strukturen“ sollte sich unserer Ansicht nach weniger auf eine Abwehrhaltung, Erklärungen, Imagepflege und besonders nicht auf Themenwechsel konzentrieren, sondern ernsthaft die genannte Kritik annehmen und sich damit auseinandersetzen, anstatt mit Seitenhieben à la „ihr leistet nicht viel, kritisiert aber immer…“ und weiteren erneut kritikrelativierenden Schwerpunktsetzungen zu kontern.

Auch wenn die Forderung „AZ dichtmachen“ sicherlich sehr hart und auch nicht wünschenswert ist, sollte dies nicht die einzige Zeile bleiben, welche aus dem Text wahrgenommen wird.

Wir hoffen auf strukturelle und individuelle Veränderungen, wir hoffen auf tief greifende Auseinandersetzung ohne Stigmatisierungen, wir wünschen uns eine ernsthafte intensive Diskussion über Verhaltensweisen, strukturelle Umgangsformen und die Anerkennung der Grenzen und Empfindungen aller Menschen, vor allem derer, welche sich im AZ – nicht erst seit kurzem – nicht mehr sicher oder ernst genommen fühlen…

Lasst uns offen für Kritik sein und an dieser wachsen!
Für eine antisexistische Praxis – überall!

Macker Massaker Gruppe Mülheim

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http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/25/solidarisierung-der-macker-massaker-gruueuee-muelheim/feed/
Solidarisches Grußwort der Emanzipatorischen Antifa Münster http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/23/solidarisches-grusswort-der-emanzipatorischen-antifa-muenster/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/23/solidarisches-grusswort-der-emanzipatorischen-antifa-muenster/#comments Wed, 23 May 2012 16:09:21 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/23/solidarisches-grusswort-der-emanzipatorischen-antifa-muenster/ Folgender Text erreichte uns heute per Mail. Herzlichen Dank dafür.

Hallo Genoss*innen,

vielleicht sind es die eigenen Erfahrungen, wie beschissen der Umgang
mit sexualierter Gewalt in linken Szenen sein kann, die einige von uns
gemacht haben (ohne unbedingt persönlich betroffen gewesen zu sein): So
geschockt wir auch über eure eindrücklichen Schilderungen des
sexistischen und täterorientierten Alltags – im AZ Wupppertal in eurem
Text “AZ Wuppertal – Es reicht! Emanzipatorische Räume ermöglichen!”
sind, so wenig können wir dennoch sagen, wir wären vollkommen
überrascht. Die von euch beschriebenen sexistischen Zustände sind nach
unserer Wahrnehmung leider schon viel zu lange und viel zu sehr traurige
Selbstverständlichkeit in manchen (oder vielen?) Bereichen von dem, was
sich in Deutschland “linke Szenen” nennt. Es ist höchste Zeit, dass sich
hier gewaltig was ändert.

Mit dieser Mail wollen wir unsere ausdrückliche Solidarität mit allen
Betroffenen und mit euch, den Verfasser_innen des o. g. Textes,
ausdrücken. Wir wünschen allen Betroffenen sexualisierter Gewalt im und
um das AZ Wuppertal herum und ihren Unterstützer_innen viel Kraft für
die Zukunft.

Wir sind uns bewußt, dass es nur ein vergleichsweise geringer Beitrag
ist, den wir mit diesem solidarischen Grußwort leisten. Wenn es etwas
gibt, was ihr euch darüber hinaus von uns wünscht, dann lasst es uns
bitte wissen. Wir werden uns ernsthaft bemühen, diesen Wünschen zu
entsprechen. Wir könnten beispielsweise beim AZ-Plenum vorbeikommen und
berichten, wie wir in unserem Laden in Münster antisexistische Standards
formuliert haben und mit sexistischen Übergriffen umgehen.

Mit emanzipatorischen Grüßen
Emanzipatorische Antifa Münster

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http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/23/solidarisches-grusswort-der-emanzipatorischen-antifa-muenster/feed/
Ein paar Worte zur aktuellen Situation im AZ und der „Stellungnahme“ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/19/ein-paar-worte-zur-aktuellen-situation-im-az-und-der-stellungnahme/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/19/ein-paar-worte-zur-aktuellen-situation-im-az-und-der-stellungnahme/#comments Sat, 19 May 2012 17:13:12 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/19/ein-paar-worte-zur-aktuellen-situation-im-az-und-der-stellungnahme/ Eigentlich sind wir der Meinung, dass es keines weiteren Kommentares zur Stellungnahme irgendwelcher Autonomer zu dem Text „AZ Wuppertal – Es reicht!“ bedarf. Die Stellungnahme spricht für sich und enthält so ziemlich jeden Kritikpunkt, der in dem „Es reicht!“-Text aufgeführt wird. Wir wollen trotzdem ein paar Worte dazu verlieren, sowohl was die untragbaren Inhalte der Stellungnahme angeht, als auch den miesen Umgang mit Unterstützer*innen und Sympathisant*innen des „Es-reicht!“-Textes. Diese werden mittlerweile in Plena in eine Situation gedrängt, die einem Tribunal gleicht und sollen „zur Verantwortung“ gezogen werden. Da das AZ laut der Stellungnahme ein Raum für „Menschen, die „irgendwie Anders“ sind“ ist, bekommen die AZetties Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Ideologie und dem gleichzeitigen Wunsch die, die sie für die „antideutsche dogmatische Fraktion“ halten, zu sanktionieren. So wird nach unserer Wahrnehmung mehr Energie in die Ermittlungen nach den „Schuldigen“ und Imagepflege gelegt, als sich mit den inhaltlichen Kritikpunkten auseinanderzusetzen; wie es auch der Stellungnahme anzumerken ist.

Wir sind eine Gruppe, die nicht mit der Verfasser*innen-Gruppe „Es reicht!“ identisch ist. Wir gehen jedoch mit den Aussagen des Textes d´accord und finden uns mit unserer Wahrnehmung des Zentrums darin wieder. Dadurch stehen wir automatisch im Verdacht zu der „antideutschen dogmatischen Fraktion“ zu gehören. Wir schreiben jetzt nicht, was wir politisch die letzten Jahre so gemacht haben, da wir das Gefühl haben, dass es für die Frage nach dem Umgang mit Übergriffen wenig darauf ankommt wer wann warum mit welchen Nachbar*innen kocht. Denn wir halten den Umgang mit sexualisierter Gewalt für völlig losgelöst von der Frage, ob man mit jüdischen Gemeindevorsitzenden demonstriert oder nicht. Oder wolltet ihr damit sagen, wer mit jüdischen Gemeindevorsitzenden demonstriert, kann doch auch anderswo nichts kritisierenswertes machen? Wer instrumentalisiert hier wen? Im Gegensatz zu den Verfasser*innen der Stellungnahme halten wir weder „reine Szeneveranstaltungen“ für sexismusfrei, noch halten wir „Jugendliche mit Migrations-hintergrund“ für die Hauptverursacher von Sexismus in linken Zentren. Welch ein einfaches Weltbild steckt hinter solchen Ausführungen?

Die „Stellungnahme zur Kampagne gegen das Autonome Zentrum (AZ) Wuppertal“ ist eine klare Ansage dazu, dass sich nichts ändern wird im AZ Wuppertal. Sexismus wird nicht ernstgenommen und vor allem nicht die Menschen, die Sexismus wahrnehmen und kritisieren. Eine Kritik an den Zuständen wird sofort als Angriff auf das Zentrum wahrgenommen und Personen als „antideutsch“ diskreditiert, um sich den Inhalten nicht stellen zu müssen.

Aber nun zum Kernpunkt: Auch hier spricht der Text für sich und wird durch die weiterhin gleichbleibende Praxis im AZ bestärkt: Definitionsmacht gibt es allerhöchstens als Lippen-bekenntnis und oberste Priorität hat die möglichst lange Anwesenheit der Täter, solange es nicht um eine Vergewaltigung geht.

Der Text der Stellungnahme schafft es innerhalb von zwei Sätzen sich zur Definitionsmacht zu bekennen und zugleich ihre Grundlagen abzulehnen. Auch auf dem AZ-Plenum geht das im „Es reicht!“-Text kritisierte Verhalten ungebrochen weiter. Ein Hausverbot für eine Person, die schon über einen längeren Zeitraum durch übergriffiges und grenzüber-schreitendes Verhalten aufgefallen ist, wird schon wieder stundenlang diskutiert; ihm müsse noch eine Chance gegeben, bzw. mit ihm geredet werden, etc. Wiedermal werden Detailschilderungen eingefordert und die Wahrnehmung von Betroffenen in Frage gestellt. Dazu passt auch, dass in der Stellungnahme die Verfasser*innen der Meinung waren eine Detailschilderung der Tat wäre für ihren Text notwendig. Dies übergeht vor allem die konkret Betroffene, ist aber auch ignorant gegenüber anderen Betroffenen, die den Text lesen. Auch der Vorschlag eines Veranstaltungstops wurde auf einem AZ-Plenum als absurd zurückgewiesen. Wie auch schon im „Es reicht!“-Text angemerkt, finden wir dies widerwärtig angesichts des letztjährigen Veranstaltungstops als Symbol gegen die Beschädigung von Waschbecken im AZ. Die Verfasser*innen sind von der „anonymen Kampagne“ „tief-getroffen“ – jedoch nicht von den im Text geschilderten Situationen und Zuständen.

Frei von Übergängen

Zitat der Stellungnahme: „Die Behauptung, er hätte auf der Nachttanzdemo am 30. April ungestört rumlaufen können, ist falsch. Als Leute ihn entdeckten, begab er sich schnell in den Schutz der Bereitschaftspolizei.“

Tatsache ist, dass er ungestört auf dem Auftaktplatz saß und „völlig zufällig“ (Ironie!) von Leuten weggeschickt wurde, die verdächtigt werden Teil der Gruppe hinter dem „Es reicht!“-Textes zu sein. Schämt ihr euch nicht, antisexistische Arbeit immer denselben Leuten zu überlassen, diese Leute auszugrenzen und euch dann trotzdem deren Handlungen auf die eigene Fahne zu schreiben?

Ein weiteres Zitat: „Im Nachgang zu diesem Plenum stellte sich heraus, dass eine Person, welche sich im AZ einbrachte, bereits von der Tat durch den Täter wusste und auf dessen Bitte hin für ihn sogar bei der Polizei ausgesagt hatte. Die Person bekam zunächst ebenfalls ein vorläufiges Hausverbot.“

An dieser Stelle fragen wir uns auf welchem Plenum ihr gesessen habt? Jedenfalls nicht auf demselben wie wir – was ja in letzter Zeit durchaus vorkam. Er hat auf dem AZ-Plenum zunächst kein Hausverbot bekommen; sondern es wurde dort explizit geäußert, dass er weiter willkommen ist. In der folgenden Zeit war er nicht nur regelmäßig im AZ, sondern hat sich auch trotz „Aufgabenverbot“ am 1.Mai an der Volksküche beteiligt.

Auf die Empfindungen und Wahrnehmungen der Menschen, die die Kritik des „Es reicht!“- Textes als Realität wahrnehmen, wird in der Stellungnahme und im AZ-Alltag mit keinem Wort eingegangen. Stattdessen werden lieber wilde Verschwörungstheorien gesponnen und unterstellt, der „Es-reicht!“-Text würde die Vergewaltigung instrumentalisieren. Auch die Behauptung, Betroffene würden für Macht- und Fraktionskämpfe instrumentalisiert, ist absurd. Auch ohne die in der Stellungnahme behaupteten „Fraktionskämpfe“ würden Übergriffe nicht ernstgenommen und heruntergespielt, schlicht und ergreifend weil das die Sichtweise vieler Menschen im AZ ist und es zu deren Konzept eines offenen, sozialen Zentrums gehört.

„Wenn auf dem AZ-Plenum zurzeit nicht die Atmosphäre vorherrscht, dass Betroffene von ihren (Gewalt-) erfahrungen erzählen können, ohne direkt in Machtkämpfe verstrickt zu werden, müssen wir vielleicht mit Anlaufstellen und neutralen Vertrauenspersonen arbeiten, die die Schilderungen erstmal aufnehmen und mit den Betroffenen reden.“

Zum einen: Wenn ihr die angeblich seit Jahren angewendete Definitionsmacht ernstnehmen würdet, müssten Betroffene auf dem Plenum gar nicht von ihren Gewalterfahrungen berichten. Aber nein, man muss ja „jede Entscheidungen und jedes Hausverbote vermitteln und diskutieren“ und dabei „Beziehungsprobleme“ “beleuchten“.

Zum anderen: Würdet ihr das Konzept der Definitionsmacht ernstnehmen, kämt ihr auch nicht auf die Idee „neutrale V-Leute“ als Lösung aus dem Hut zu zaubern. Es wäre schön, wenn es im AZ Ansprechpersonen gäbe; doch diese müssten eben nicht „neutral“, sondern absolut parteiisch für Betroffene sein. Jenseits einer solchen Struktur muss es aber auch reichen, wenn Betroffene Menschen ihrer Wahl ansprechen und diese die Position dem Plenum vermitteln oder sie dies selbst tun. Schon bei der Planung einer E-mail-Adresse als Ansprechmöglichkeit wurde gefordert diese dürfte nicht durch antisexistische „Hardliner“ betreut werden. Wir befürchten „neutrale Vertrauenspersonen“ sind für euch vor allem Menschen, die neutral zwischen Tätern und den Betroffenen vermitteln können und die „Beziehungsprobleme“ klären. Nichts liegt dem Prinzip der Definitionsmacht und antisexistischen Minimalstandards ferner, solange dies nicht ausdrücklich von der Betroffenen gewünscht wird.

„Der Täter (55-60) saß seit etwa einem Jahr bei Kneipen und Voküs öfters an der Theke im AZ und hat – wie jetzt im Nachhinein festgestellt wurde – wiederholt junge Frauen angequatscht und angebaggert.
Leute aus dem AZ, die das übergriffige Verhalten des Täters zwar bemerkt, aber nicht ernst genommen und rechtzeitig reagiert haben, machen sich unzweifelhaft Vorwürfe.“

Wir wollen ja nicht kleinkariert erscheinen, aber: Auch hier wieder zwei Sätze – zwei sich entgegenstehende Aussagen. Wie scheinbar auch von den Schreiberlingen der Stellungnahme festgestellt, hat sich das permanente unangenehme und grenzüberschreitende Verhalten des Täters eben nicht völlig überraschend nachträglich herausgestellt. Es gab eben Leute, die es wussten und warum auch immer ignorierten und somit tolerierten und es gab Leute, die schon lange meinten, dass die Person und sein Verhalten nicht tragbar ist, aber die eben genau wegen der im „Es recht!“-Text geschilderten Stimmung im AZ dies nicht ausdrücklich auf dem AZ-Plenum eingefordert haben, um nicht schon wieder als die spießigen Spaßbremsen dargestellt zu werden und vor allem um sich nicht wieder eine Stunde lang Relativierungen und Rechtfertigungen von übergriffigem Verhalten anhören zu müssen. Wenn dies für alle Verfasser*innen der Stellungnahme erst im Nachhinein klar wurde, dann können sich diese ja gerne ihrer Nicht-Involviertheit in den Veranstaltungsalltag im AZ erfreuen, aber doch bitte schön nicht die katastrophale Situation klein- und schönreden.

Zum Abschnitt der „heilen Politwelt“ und den „Benimmregeln“ fehlen uns die Worte. Es gibt schlauere und weniger verlogene Wortbeiträge bei Maischberger. Solch offenen Antifeminismus, á la „zum Thema Sexismus nur Verbotschilder aufzustellen und hochzuhalten, oder sich in elitären Zirkeln neue Regeln für die „Unwissenden“ auszudenken.“ hätten wir eher von Organisationen erwartet, mit denen wir an dieser Stelle natürlich keine Vergleiche ziehen wollen.

„Nazis und Behörden reiben sich zur Zeit die Hände und schreiben fleißig mit.“

Stimmt, wir sollten nie wieder szenekritische Diskussionen zu irgendeinem Thema führen. Das nützt nur den Feinden. Wenn sich da alle dran gehalten hätten, wären wir inhaltlich auf dem Stand der 1930iger. Wenn ihr das wollt…

Nach jedem Großereignis wie dem G8 oder dem „Antikriegstag“ werden Nachbereitungs-diskussionstexte veröffentlicht – und ihr glaubt eine Diskussion zum Thema Sexismus wäre für Nazis und Behörden spannender? Ehrlich?

„Mit der anonymen Kampagne wird die jahrelange – auch antisexistische – Arbeit für das selbstverwaltete Autonome Zentrum mit Dreck beworfen.“

Mit Dreck bewerfen die Azzeties sich eher selber – und die angeblich jahrelange anti-sexistische Arbeit –, wenn zB Menschen, die kein Bock auf Bands mit sexistischen Texten haben sich auf Plena von den Plenumsteilnehmer*innen unwidersprochen als „lustfeindlich“ bezeichnen lassen müssen. Wir könnten unzählige Seiten mit solchen Vorfällen füllen.

Kurz gesagt: Euer Imageschaden ist uns scheiß egal. Wenn eure Scheinwelt vom angeblich gelebten Antisexismus zerstört wird, ist das uns mehr als recht.

gez.:

Auch wenn sie´s nicht vermuten: Die Guten

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Solidarität mit “AZ Wuppertal – Es reicht!” http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/17/solidaritaet-mit-az-wuppertal-es-reicht/ http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/17/solidaritaet-mit-az-wuppertal-es-reicht/#comments Thu, 17 May 2012 07:05:56 +0000 Administrator Allgemein http://AntisexismusWuppertal.blogsport.de/2012/05/17/solidaritaet-mit-az-wuppertal-es-reicht/ Dieser Solidaritätstext erschien auf dem intersektionellen Gruppenblog takeover.beta. Herzlichen Dank!

Solidarität mit “AZ Wuppertal – Es reicht!”

Triggerwarnung: Debatte zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in der radikalen Linken
Auf diesen Streit bin ich durch einen Link von Kommentator_in Nelo bei der Mädchenmannschaft aufmerksam geworden.
Eine Gruppe von Besucher_innen des AZ Wuppertal (im Folgenden nach ihrem Blogtitel “Antisexismus Wuppertal” genannt) beschreibt in einem ausführlichen Text das in ihrer Erfahrung von Sexismus und sexualisierten Übergriffen geprägte Klima dort. Ich weiß nichts über diese Szene, ich weiß nicht einmal, wo Wuppertal liegt, aber ich werde solche Erfahrungen niemals anzweifeln. Auslöser für die Intervention war der Umgang mit einem aktuellen Vergewaltigungsfall im AZ.
Die AZ-Leute sehen sich in ihrer Stellungnahme als Opfer einer Schmutzkampagne politischer Gegner_innen, die eine “Vergewaltigung instrumentalisieren” würden, um dem AZ zu schaden. Sie verbitten sich die radikale Formulierung “AZ dichtmachen” mit dem Hinweis, das AZ stehe durch Naziterror ohnehin ständig unter Beschuss. Bei der Gelegenheit werden die Kritiker_innen auch gleich in die Nähe der Nazis gerückt.
Diese Art der Prioritätensetzung kommt mir allzu bekannt vor: Weiße Feminist_innen bügeln mit der gleichen Logik die Kritik von WoC an der Bewegung ab, Pro Choice-Aktivist_innen schweigen aus “taktischen Erwägungen” zur Ableismus-Problematik oder vertreten sie gleich selbst, Kämpfer_innen für die gesetzliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare wollen von Poly-Anliegen nichts hören. Und das ist nur eine kleine Auswahl.
Das AZ scheint die Sache jedenfalls für eine Art Polit-Privatangelegenheit zu halten. Neben einem “offenen Austausch” fordert es allen Ernstes strikte Geheimhaltung, was das Internet betrifft:
Uns ist es wichtig Strukturen und Probleme offen (in gewissem Rahmen) anzusprechen und zu diskutieren. Wir bitten darum, mit dem Papier verantwortlich umzugehen, um eine von Nazis und Behörden kommentierte Debatte im Netz zu verhindern. Das schließt für uns das Posten auf öffentlichen Plattformen mit offener Kommentarfunktion (Facebook, Indymedia, diverse offene Foren ect.) aus.
Dem haben sich die Leute von Antisexismus Wuppertal widersetzt, und ich tu es ihnen gleich. Ohne das Internet blieben solche Debatten lokal begrenzt. Ohne das Internet hätte ich wahrscheinlich erst viele Jahre später vom Konzept der Definitionsmacht gehört. All das kann niemand wollen, der_die nicht bemüht ist, Täter zu schützen. Ich akzeptiere nicht, dass es “Nazis und Behörden” tatsächlich geschafft haben sollen, uns in die Lage zu bringen, uns nicht mehr politisch austauschen zu können. Es ist eine traurige Banalität, dass in vielen linken Zusammenhängen erst über Sexismus und sexualisierte Gewalt gesprochen wird, wenn eine Vergewaltigung öffentlich gemacht wird. Klarnamen u.Ä. haben natürlich trotzdem nichts im Internet verloren!
Ich gebe zu, mit der einleitenden Behauptung – wahr oder unwahr ist hier gleichgültig – die Kritiker_innen seien lediglich eine “kleine antideutsche, dogmatische Fraktion”, die eine “autoritäre Politik” betreiben würde, hätten sie mich fast gekriegt. Zum Glück habe ich den ganzen Text gelesen. Ohnehin hat die Haltung von Antisexismus Wuppertal zum israelischen Nationalismus in diesem Kontext keine Relevanz. Selbst wenn es sich bei den Leuten um einen ganz widerlichen Haufen antimuslimischer Rassist_innen handeln sollte, täte das der Richtigkeit ihrer Kritik in dieser Frage keinen Abbruch.
Ein nicht unwichtiges Detail ist die Tatsache, dass die Replik der AZ-Leute offenbar eine Beschreibung der Tat enthielt. Danke an Antisexismus Wuppertal für das Löschen derselben.
Wenn ihr dieses AZ erhalten wollt, AZ-Leute, stellt euch doch einfach der Diskussion. Unterdrückt die Abwehrreflexe und geht ernsthaft auf die Kritik ein. Äußert euch zu jeder einzelnen von Antisexismus Wuppertal geschilderten Situation, nicht nur zu der einen. Und tut es öffentlich. Tut es am Besten auch gleich: im Internet.
Hier nochmal die Links:

Kritik von Antisexismus Wuppertal
Stellungnahme der AZ Wuppertal-Leute

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